Wie man als Nachwuchsjournalistin Recherche-Qualität und Publikumserfolg verbinden kann, hat Julia Friedrichs bereits als Studentin bei ihrer viel beachteten Undercover-Reportage bei McKinsey gezeigt.
Jetzt erscheint ihr Buch “Gestatten Elite: Auf den Spuren der Mächtigen von morgen” für das die heutige WDR-Journalistin freie Autorin Unis, Schulen und Kindergärten der Elite besuchte.
In Berlin liest sie am 19. Februar, 20.00 Uhr, im Festsaal Kreuzberg, aus dem Buch. Eintritt 5 Euro
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Astrid Nelke // Februar 22, 2008 um 7:37 Uhr nachmittags
Mit aller Gewalt zur Elite – oder: Wie stricke ich mir eine Story
Als betroffene Mutter, über deren Kinder sowohl in dem genannten Buch als auch in dem von der Autorin gedrehten Film berichtet wird, kann ich nur sagen: Wir sind bestürzt über so eine einseitige Berichterstattung und über derart gezielt eingesetzte Schnitt-Techniken. Der Film sollte alternative Bildungswege und bilinguale Erziehung als Innovation im öffentlich-rechtlichen Fernsehen dokumentieren. Von einem parallel erscheinenden Buch wussten wir nichts. Nun werden unsere Kinder als „Einheizer“ bei Lesungen zur Vermarktung eines Buches benutzt - das ist Kapitalismus pur und damit genau das, was Julia Friedrichs mit ihrem Buch vorgibt, anzuprangern.
Uns ist es wichtig, dass unsere Kinder früh Englisch lernen, weil sie in jungen Jahren eine zweite Sprache viel einfacher aufnehmen können, aber nicht, um aus ihnen Investmentbanker oder Unternehmensberater zu machen oder sie auf eine andere Art in eine nebulöse Elite zu pressen. Auch einem Bauarbeiter oder einer Friseurin schadet es nicht, fließend Englisch zu sprechen und was meine Kinder später beruflich machen, entscheiden sie sowieso selbst. Leider wurde das von der Autorin komplett anders dargestellt - so passt es ja auch nicht zu ihren aufgestellten Thesen, also nehmen wir uns mal die journalistische Freiheit und schneiden bzw. zitieren das so, wie es zur eigenen Meinung passt: Und schon ist die Story gestrickt!
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