Nur noch wenige Monate. Dann werde ich voraussichtlich importiert. Und zwar vom Bildungssystem der USA. Doch keine Sorge: Das ist meine Absicht.
Und das ist der traditionelle Weg. Aus der ganzen Welt und vor allem aus Asien strömen die Studenten in die USA. Doch mittlerweile ändert sich das Bild: Immer mehr US-Unis eröffnen weltweit Dependancen. Bildung made in USA als Exportfaktor, wie die N.Y.-Times heute berichtet. Der Präsident der New York University wird sogar zum globalen Bildungspendler.
Im Jahr 2010 will die Universität aus dem Zentrum Manhattans ein Standbein in der Wüste der Vereinigten Arabischen Emirate eröffnen. John Sexton, Präsident der Universität, wird bereits ab dem kommenden Herbst Kurse in Abu Dhabi geben - und zwar jeden Sonntag. Dafür nimmt er freitags in N.Y. im Flieger Platz, landet einen Tag später am Golf und öffnet am Montag wieder sein Büro in der Heimat.
Der Mittlere Osten steht im Zentrum des amerikanischen Bildungssprungs. In Quatar können Studenten bereits frei von kulturellen Schocks oder Visa-Probleme das US-Bildungssystem erfahren. Beispiele sind das Weill Medical College der Cornell University, Politik der Georgetown oder auch Journalismus an der Northwestern - eines der besten Programme der USA.
Den Hintergrund bildet der Umbau vieler Unis zu so genannten “global universities”. Beim Übergang zur Wissensgesellschaft wird Bildung zur Ressource für Wirtschaftswachstum. Und dafür sollen weltweit dei besten Köpfe gefunden werden.
Und zwar für die eigene, meist private Uni. Traditionelle Partnerschaften zwischen Unis in den Bereichen Forschung und Lehre oder Austauschprogramme sind dabei immer mehr von gestern. Heute zählt die direkte Bindung des Nachwuchses unter dem eigenen Dach.
Die Internationalisierung ruft aber auch Kritik hervor. Werden die Programme im Ausland auch amerikanische Werte und Kultur repräsentieren? Werden am Ende gar US-Steuerzahler für die Kosten herhalten? Was passiert, wenn die politischen Beziehungen zum anderen Land frostiger werden? Und: Wird sich Amerikas Volkswirtschaft durch die Ausbildung auf fremden Märkten im späteren Wettbewerb selbst schädigen?
Doch die Zweifel stehen momentan im Hintergrund. Die Amerikaner erforschen eher mit leichtem Goldrausch den Bildungsglobus. Rückschläge durch lokale Vorschriften oder Behörden zum Beispiel in Akkreditierungsfragen können den Entdeckungsdrang dabei kaum aufhalten. Oder wie der Artikel Dawood Farahi, den Präsidenten der Kean University mit Expansionsplänen in China, zitiert: “I’m Lewis and Clark looking for the Northwest Passage.”
Und wo ich es gerade lese: Der “Spiegel” berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über eine deutsche Uni und ihre Bauprojekte im Mittleren Osten. Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen richtet demnach in der omanischen Hauptstadt Maskat eine Zweigstelle für 2000 Studenten ein.
1 response so far ↓
sprich lerne handle // Februar 11, 2008 um 10:51 Uhr vormittags
als student kommt man da schon mal ins grübeln ob man sich nicht schleunigste nach besseren bildungsmöglichkeiten umschauen sollte
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