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Unsere Stadt soll schlauer werden

Februar 25, 2008 · Keine Kommentare

Schönste, hässlichste, grünste und auch gern mal die braunste - neben den “Immer-mehr”-Trendartikeln schleudern Medien regelmäßig Städte-Ranglisten raus.

“Forbes.com” hat nun die “schlausten” US-Städte gekürt. Auf dem Siegertreppchen: 1. Boulder, 2. Bethesda-Gaithersburg-Frederick, 3. Ithaca.

Noch nie von diesen Städten gehört? Darüber, dass “Forbes” nämlich gar keine Städte, sondern Metropolitan Statistical Areas bewertet hat, lästert dann auch der “CJR”.

Und auch der oftmals abstruse Ranking-Wahn wird gleich mit abgefertigt: “,Smartest Cities’ list is stupid even for a list”.

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Blicke in US-Redaktionen

Februar 13, 2008 · Keine Kommentare

Zur Rechten türmen sich drei Fernseher. Vor mir ein Bildschirm, über den sich die endlose Schlange der Agenturmeldungen vorüberschiebt. Links dann noch der Reuters-Ticker. Hier trifft man das viel zitierte Medienrauschen. Und so sieht mein Arbeitsplatz fernab der Uni aus, bei einem Nachrichtensender.

Wenn ich meinen Rücken gerade durchstrecke und mich noch ein bisschen recke, dann fällt mein Blick über den langen Tisch vor mir. Hier einen Stummfilm zu drehen, wäre sehr fade: konzentrierte Gesichter und starre Sitzhaltungen fast überall.

Anders die Akustik: ein großer lauter Brei. Stimmen aus den vielen Fernsehern summen durcheinander, das Gehacke in die vielen Tastaturen stimmt mit ein und immer mal wieder ein Geschrei, als wenn ein Zeitungsjunge die neueste Schlagzeile verkündet: “Eilmeldung! Dpa meldet…”. Eben ein Newsroom.

Einen interessanten Einblick in US-Newsrooms und Redaktionen gab vor einigen Jahren die “Columbia Journalism Review” mit einer Fotoserie. Meine Favoriten: das Chaos bei der “Village Voice” und der viktorianische “Atlantic”.

Kategorien: Medien
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Eine Oberlehrerin für Bildungsjournalisten

Februar 11, 2008 · Keine Kommentare

Eine magische Zahl in den Nachrichten lautet derzeit: 12. Die einen werfen sich ordentlich ins Zeug gegen sie. Andere umarmen alles, was mit ihr gekommen ist.

Der Schlagabtausch findet im Bildungslager statt: Ist die Einführung des Abiturs nach 12 Jahren richtig? Oder soll man das Lenkrad einschlagen und zurückkehren zu 13 Lehrjahren?

Wodurch die Auseinandersetzung besticht: die Schwarz-Weiß-Malerei der Experten. Was sich die Journalisten vorwerfen können: dass sie Probleme nur selten suchen und das Grau der Realität nur selten ansprechen.

Dafür gibt es offenbar gute Gründe. Auf die besonderen Hürden für Bildungs-Journalistin weist Linda Perlstein in einem Interview mit dem “Columbia Journalism Review” hin.

Als neuer Public Editor der National Education Writers Association (EWA, die auch einen Blog zur Bildungspolitik der US-Präsidentschaftsanwärter anbietet) wird die ehemalige Redakteurin der “Washington Post” Reporter in Seminaren schulen, ihre Recherchefähigkeiten nach Quellen und Experten dabei steigern und für die Arbeit im Newsroom vorbereiten.

Die Umbrüche im US-Bildungssystem können mit denen der deutschen Bildungslandschaft durchaus verglichen werden: Vor allem Kosten werden eingespart. Als Folge muss das Leistungspensum von Direktoren, Lehrern und Schülern anziehen.

Wenig oder keine Zeit bleibt für Anfragen von Reportern. Und wenn doch einmal, so werden ganze Schulen und Klassen für den Besuch herausgeputzt. Schließlich steht die nächste Evaluation immer bereits vor der Tür.

Wer dann immer noch hart Recherchieren will, wird meist vom eigenen vollen Terminkalender gestoppt. Denn meist muss ein Reporter heute für zwei Arbeiten. Die Konsequenz: In der Hektik vor der Deadline greift man zum Hörer und telefoniert seine Experten ab, die altbewährten und verlässlichen Pro- und Contra-Sager. Doch guter Bildungs-Journalismus sollte anders aussehen. Perlstein: “It’s so easy to go the obvious arguments, but the best education reporting transcends that.”Und so kann man es laut Perlstein machen: Viele Kontakte und Quellen suchen und halten, besonders in die Klassenräume und in die Politik - so könne man nicht nur nacherzählen, sondern das Leben zwischen Tafel und berüchtigter letzter Stuhlreihe beschreiben. Aber vor allem müssen man den Geschichten nicht nachlaufen. Man antizipiere sie.

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